Da muss ich jetzt doch noch mal was dazu schreiben. Der Niederländische Journalist Rob Savelberg konnte ja dank der youtube-Gemeinde doch nicht so sehr in der Versenkung verschwinden, wie sich das die Massenmedien und vor allem die Politik wohl gerne gewünscht hätten.
welt-online hat also einen Beitrag zu ihm geschrieben:
Den würde ich gern mal etwas kommentieren:
Beginnend mit der Überschrift:
"Journalist nervt Merkel und wird zum youtube-star"
Was wird damit impliziert? Die Frage die er stellt, ist womöglich nicht gerechtfertigt, so dass ein "nerven" stattfindet? Außerdem wird impliziert, dass es um eine Frage ging, die womöglich nur die Internet-youtube-Gemeinde interessiert. Beides darf so nicht impliziert werden.
Savelbergs Nachfrage, ob Schäuble als Finanzminister geeignet wäre, obwohl er damals "vergessen hatte, dass 100.000 Mark in seiner Schublade liegen", sorgte für Gelächter – im Saal und auf dem Podium.
Ha ha... ja das ist echt witzig... ist irgendetwas komisch an dieser Frage? Genau solche Fragen müssen doch gestellt werden, mit ner Grinsefresse ist doch das Vertrauen der Bürger nicht wiederhergestellt... wenn es überhaupt mal eines gab. Was viel eher die Lachnummer ist, ist das selbstgerechte und tumbe Ignorieren und die Lachnummern von deutschen Journalisten, denen diese Frage eigentlich schon sofort unter den Nägeln gebrannt haben müsste.
WELT ONLINE: Ist die Spendenaffäre nicht längst Geschichte?
Savelberg beantwortet die Frage zwar schon aber trotzdem: Diese Frage kann meiner Ansicht nach aus 3 Gründen gestellt werden:
1. Der Fragesteller geht davon aus, dass die Spendenaffäre tatsächlich aufgeklärt wurde und Schäuble seine "Strafe" bekommen hat, indem er zurücktrat.... dann ist der Fragesteller ein dämlicher Vollpfosten, der den Titel "Journalist" noch nicht mal mit dem Präfix Schmieren- verdient hat.
2. Der Fragesteller geht davon aus, dass man nicht mehr in lang vergangenem rumkramen sollte... dann ist der Fragesteller genau so ein Vollpfosten, für den das gleiche gilt.
3. Der Fragesteller will beim Leser implizieren, dass Savelbergs Frage nicht relevant war. ... hmm irgendwie fällt mir da dann aber auch nix anderes dazu ein wie zu den anderen beiden Möglichkeiten.
WELT ONLINE : Angela Merkel hat deutlich gemacht, dass sie Wolfgang Schäuble vertraue. Diese Antwort war erwartbar, oder?
Öhhhhm war das eine Antwort auf die Frage? Wenn der Bauer also gefragt wird warum er dem Fuchs die Aufsicht über den Gänsestall anvertraut, dann sagt der Bauer: "Weil ich dem Fuchs vertraue". Sagt das irgendetwas über die Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit des Fuchses aus oder impliziert es lediglich die Allmacht des Bauers, der auf seinem Hof schalten und walten kann wie ihm das passt?
WELT ONLINE: Halten Sie die deutschen Journalisten für unkritisch?
Savelberg: Ich würde es anders bezeichnen. Vielleicht haben meine deutschen Kollegen zu viel Respekt.
Ich würde es NICHT anders bezeichnen. Zumindest jene Pappkameraden die da auf der Pressekonferenz saßen haben doch keine kritischen Fragen gestellt. Haben Journalisten nicht den Auftrag, die Fragen zu stellen, die den Bürger interessieren? Solche Fragen nicht zu stellen hat doch nichts mit Respekt zu tun, sondern mit Hofberichterstattung und Unterwürfigkeit.
Savelberg : Verwundert hat mich, wie offen Horst Seehofer und Guido Westerwelle über die Frage gelacht haben.
Ja insbesondere verwunderlich wenn man überlegt wie hartnäckig damals noch die FDP groß für eine lückenlose Aufklärung der Spendenafäre eingetreten ist... und jetzt zustimmendes Nicken bei Merkels ignorantem Nicht-Beantworten der Frage.
WELT ONLINE: Das Video wurde auf YouTube fast 80.000 Mal geklickt,
Das hat auch zum Zeitpunkt des Artikels nicht gestimmt, es waren am 27.10. schon mehr als 200.000 klicks gewesen. Werden da Zahlen bewusst klein gehalten oder halten wir welt.de mal die rasante Verbreitung zugute, die vielleicht schneller war als das Erscheinen des Artikels? Jedenfalls sind es heute fast 500.000 klicks und ich wage zu behaupten, dass das nicht nur an der Verlinkung auf dem welt-artikel liegt.
Was bei all dieser Diskussion um das Video aber zu kurz kam ist die Tatsache, dass Schreibers Auslieferung stattgefunden hat, dass ihm der Prozess Januar 2010 eröffnet wird und dass NICHTS mehr von Bestechung und Beihilfe zur Veruntreuung im Haftbefehl steht.
wenn es also nach der Argumentation von welt.de gehen würde, könnte man glauben, dass es der Auftrag der Journalisten sei, so lange den Deckmantel des Schweigens über den Verbrechen der Bundesregierung zu halten, bis sie entweder vergessen oder verjährt sind.
